Kohlhernie im Raps

Eine enge Fruchtfolge als Hauptursache lässt die Bedeutung umfangreicher Vorsorge wachsen.

Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, Regionen mit traditionell hohem Anteil von Winterraps in der Fruchtfolge, sind geradezu prädestiniert für typische Fruchtfolgekrankheiten, zu der auch die Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) zählt.

Diese Krankheit ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Ständig kommen neue Befallsflächen hinzu. 2015 lag der Absatz von Kohlhernieresistenten Sorten in Schleswig-Holstein bei 40 %, in Mecklenburg-Vorpommern sogar bei 50 %.

Hauptursache ist eine zu enge Fruchtfolge. So ist die Abfolge WinterrapsWinterweizenWintergerste vielleicht aus betriebswirtschaftlichem Gesichtspunkt optimal, im Pflanzenbau dagegen häufen sich die daraus resultierenden Probleme.

Der Erreger zeichnet sich durch eine sehr lange Lebensdauer aus; so können Dauersporen bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Das bedeutet, dass befallene Flächen praktisch kaum wieder befallsfrei werden können, da derzeit praktizierte Fruchtfolgen nicht zu einer Verminderung des Erregerpotenzials beitragen. Vorsorge hat daher größte Bedeutung!

Symptome und Folgen der Kohlhernie im Raps:

  • Große, knollenartige Verdickungen der Wurzeln
  • Geringer Feinwurzelanteill
  • Schwach entwickelte Pflanzen mit geringem Halt im Boden
  • Wasser- und Nährstoffmangel durch gestörte Leitbahnen in der Wurzel
  • Ertragsverluste bis zum Totalausfall

Aber auch der Anbau resistenter Sorten verspricht nur eine kurzzeitige Entlastung. Grund sind Berichte über Resistenzdurchbrüche in Beständen von resistenten Sorten.

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Ein Kohlherniebefall

Jeder Anbau einer der sich auf dem Markt befindlichen resistenten Sorte, die im Übrigen alle auf demselben Resistenzgen (rassenspezifische, monogene Resistenz) basieren, birgt die Gefahr von Mutationen und damit die Gefahr von Bildung neuer resistenzbrechender Rassen. Tritt Kohlhernie in einem Bestand mit einer resistenten Sorte auf, so kann es sich folglich zum einen um nichtresistenten Ausfallraps handeln oder die Resistenz wurde gebrochen.

Kohlhernie wird durch einen bodenbürtigen Erreger Plasmodiophora brassicae hervorgerufen. Dieser Erreger ist kein Pilz, wie lange Zeit angenommen, sondern ein Protist (Einzeller). Er liegt in Form verschiedener physiologischer Rassen (Pathotypen) vor. Das bedeutet: Eine dauerhafte Resistenz der Sorten ist schwierig.

Alle zurzeit am Markt existierenden resistenten Sorten basieren auf der sogenannten Mendel-Resistenz. Diese rassenspezifische monogene Resistenz stammt ursprünglich aus der Stoppelrübe und wird weltweit genutzt. Die momentanen Zuchtziele gehen in Richtung neues Resistenzgen. Bis hier aber eine praxisreife Sorte vorhanden ist, vergehen noch einige Jahre.

 

Maßnahmen zur Prävention und bei Befall von Kohlhernie:

  • Maschinen und Geräte säubern, damit der Erreger nicht mit Erdresten auf das nächste Feld getragen wird
  • Kalken (pH-Wert erhöhen)
  • Keine frühen Aussaattermine wählen (der Erreger vermehrt sich optimal in warmen, feuchten Böden)
  • Ausfallraps und kreuzblütige Unkräuter jederzeit auf dem Schlag beseitigen
  • Keine Kreuzblütler als Zwischenfrucht anbauen
  • Weitgestellte Fruchtfolgen einhalten
  • Anbau resistenter Sorten auf befallenen Schlägen
Kohlhernie an Winterraps

Manja Landschreiber, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

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