Aktuelles aus dem Rapsfeld

Frühjahrsdüngung im Winterraps

 

Für viele Landwirte ist bereits der Zeitpunkt der Frühjahrsdüngung gekommen. Bei steigenden Temperaturen beginnt der Raps sehr schnell mit dem Blatt- und Streckungswachstum und benötigt demnach ein ausreichendes Nährstoffangebot.

Die Frühjahrsdüngung hängt maßgeblich von der N-Aufnahme und Vorwinterentwicklung des Winterrapses im Herbst ab.

Die Jahre 2017 und 2018 könnten im Vergleich nicht unterschiedlicher sein. Die Bedingungen im

Rapspflanze im Frühjahr

Herbst 2017 erschwerten aufgrund der nassen Böden die Aussaat und die wassergesättigten Böden erlaubten den Pflanzen nur eine schlechte Wurzelentwicklung und somit auch eine schlechtere Nährstoffnutzung. Bemerkbar wurde das ab der einsetzenden Trockenperiode 2018. Die Durchwurzelungstiefe reichte vielerorts nicht aus, um an die tiefergelegenen Bodenschichten mit Porenwasser zu gelangen. Die Aussaat 2018 dagegen war abhängig von den Bodenbedingungen, wie Befahrbarkeit, unproblematisch. Allerdings war es regional viel zu trocken, so dass die Saat nur teilweise gekeimt und aufgelaufen ist. Besonders auf leichten sandigen Böden wurden viele Flächen schon vor dem Winter umgebrochen.

Je nach Standort ist die Vorwinterentwicklung des Winterrapses sehr unterschiedlich.

Die Bestände reichen von schwach entwickelt (wenn nicht umgebrochen) bis stark entwickelt. Die N-Aufnahme im Herbst kann mittels einer Pflanzenanalyse geschätzt werden. Dazu werden auf einem Rapsschlag vier bis fünf Stellen gut verteilt ausgesucht und jeweils 1 m2 der oberirdischen Pflanzenteile geerntet.

Dazu ein Beispiel: Im Durchschnitt wurden 2 kg/m2 Frischmasse gewogen. Das ermittelte Frischmassegewicht in kg wird mit dem Faktor 45 multipliziert (Annahme: Trockenmasse=10%, N-Konzentration 4,5 %). Daraus ergibt sich ein Wert von 90 kg N/ha, den der Raps im Herbst aufgenommen hat. Das ist ein sehr hoher Wert. Ein durchschnittlicher Bestand nimmt im Herbst in üblichen Jahren 50 kg N/ha auf. Allgemein von der im Herbst aufgenommenen N-Menge sind 2/3 anrechenbar. Die Differenz von dem ermittelten 90 kg N/ha in unserem Beispiel zu den durchschnittlichen 50 kg N/ha beträgt demnach 40 kg N/ha. Die 40 kg N/ha x 2/3 ergibt 27 kg N/ha. In dieser Rechnung ist für die Düngeplanung also ein Abschlag fällig.

Nährstoffe im Boden

Die Trockenheit und schwachen Erträge sorgten im Herbst 2018 für hohe verfügbare N-Mengen im Boden. Bei Standorten mit genügend Bodenfeuchte konnten sich bis zum Winter starke Bestände etablieren. Daraus resultiert, dass auch eine hohe Menge an N von den Pflanzen assimiliert wurden. Bei Beständen, die im Herbst eine starke Entwicklung durchlaufen haben und keine Mangelsymptome aufweisen, hat der Boden noch ausreichend Nährstoffreserven. Jedoch sollte eine zeitige Düngung im Frühjahr erfolgen, wenn im Herbst erste Mangelsymptome aufgetreten sind oder der Nmin-Wert unterhalb von 30 kg/ha liegt. Die Nmin-Werte bei schwach entwickelten Beständen können allerdings im Frühjahr auch im dreistelligen Bereich liegen. Diese Werte erfordern aufgrund der neuen Düngeverordnung eine außergewöhnlich angepasste Düngung, denn die Nmin-Gehalte sind voll auf die Bemessung der Frühjahrsdüngung anzurechnen. Jetzige hohe Nmin-Werte können als positiv eingestuft werden, denn die pflanzenverfügbaren Reserven im Boden können vom Bestand genutzt werden, sodass Dünger eingespart werden kann. Wenn Wurzeln und Bodenstruktur ungestört sind, steht zu Vegetationsbeginn ein genügendes N-Angebot zur Verfügung. Deshalb kann in einer solchen Situation die N-Gabe zwischen der gewohnten ersten und zweiten Gabe ausgebracht werden.

Die Schwefelversorgung muss ebenfalls beachtet werden. Meistens wird die S-Gabe zusammen mit N-Düngung ausgebracht (Kalimagnesia, Kieserit). Die Versorgung mit Schwefel ist sehr wichtig, damit der Stickstoff gut von den Pflanzen verwertet werden kann. Außerdem ist Schwefel mitverantwortlich für die Ölgehalte im Rapssamen. Schwefel aus organischen Düngern kommt bei einem Mangel meist zu spät, da erst der Prozess der Mineralisation ablaufen muss.

Allgemein:

Aufgrund der neuen Düngeverordnung und den extremen Jahren 2017 und 2018 muss jeder Landwirt des Ackerbaus sein gewohnte Düngestrategie überdenken. Auch wenn die Bedingungen für das Auflaufen des Raps regional nicht optimal waren, konnten trotz Trockenheit viele Bestände die verfügbaren N-Vorräte nutzen. Daraus resultieren starke Pflanzen, die auch bei reduzierter Frühjahrsdüngung zu hohen Erträgen führen können. Rapsflächen, auf denen der Auflauf sehr spät kam und die aufgrund der Trockenheit eine schwache Herbstentwicklung hatten, bedürfen besonderen Strategien. Sie dürfen nur sparsam gedüngt werden, falls hohe Nmin-Werte ermittelt wurden. Entscheidend für einen noch tolerierbaren Ertrag solcher Bestände sind eine ausreichende Pflanzenanzahl und der passende Witterungsverlauf. Es bleibt abzuwarten, was passiert!

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