Düngung und Pflanzenschutz beim Raps im Herbst 2019 – was ist zu beachten?

 Rapsdüngung im Herbst

Die Erträge des Rapses ließen dieses Jahr wieder zu wünschen übrig. Deutschlandweit konnte ein durchschnittlicher Ertrag von etwas über 30 dt/ha erreicht werden. Die Zeiten von über 45 dt/ha scheinen derzeit unerreichbar und fast utopisch. Nur in Gunstlagen konnten teilweise diese Erntemengen eingefahren werden (nordöstliches S-H). In anderen Regionen wie Brandenburg liefen die Bestände aufgrund der Trockenheit nach der Aussaat nur teils oder überhaupt nicht auf. Diese Flächen wurden im Herbst 2018 wieder umgebrochen und im Frühjahr Sommergetreide eingedrillt.

Dieses Jahr waren die Aussaatbedingungen Ende August im Nordwesten und teils auch im Süden günstig. Einige Niederschläge sorgten in diesen Regionen für einen gleichmäßigen Feldaufgang. Hingegen sahen die Bedingungen in Deutschlands Mitte und Osten wieder sehr bescheiden aus. Um es deutlich auszudrücken: katastrophal. Im südlichen Brandenburg wurde bis dato kein nennenswerter Regen verzeichnet, und das seit zwei Jahren. 

Jetzt gilt es bis dato gut entwickelte Bestände stark durch den Winter zubringen.

Dabei ist auf eine angepasste Düngung zu achten, den Fuchsschwanz einzudämmen, die Gelbschalen genau auf Erdflohbefall zu kontrollieren und abzuwägen, ob eine Fungizidmaßnahme gegen Phoma lingam oder zur Wachstumsregelung der Bestände notwendig ist.

Die N-Gabe zum Raps im Herbst

Rapsdüngung

Die N-Aufnahmerate hängt immer von der Vorwinterentwicklung des Rapses ab. Stark entwickelte Bestände (Frühsaat) mit bis zu 12 Blättern vor Vegetationsruhe nehmen zwischen 105 bis 150 kg/ha N auf. Bestände mit acht Blättern nehmen dagegen nur ein Drittel des Stickstoffs auf (50-60 kg/ha N). Deshalb ist bei frühgesätem Raps die Wahrscheinlichkeit von Mangelsymptomen im Herbst höher, als bei der Spätsaat.

Die Höhe der Düngergabe im Herbst ist immer an die Reststickstoffmenge im Boden, wieviel N die Strohrotte braucht und der freigesetzten N-Menge aus dem Boden, sowie durch organische Dünger im Herbst gebunden.

Auf Böden, die dieses Jahr zur Aussaat und zum Auflauf eine gute Durchfeuchtung vorzeigen konnten, kann mit einer höheren N-Freisetzung im Herbst gerechnet werden. Bei Beständen, die unter normalen Bedingungen zu Ende August gesät wurden und vor dem Winter 8-10 Blätter pro Pflanze bilden werden, reichen knapp 40 kg/ha N aus.

Früherer Raps kommt mit dieser Menge wohl eher nicht aus. Das Ausbringen des Düngers sollte in diesem Fall aber so spät wie möglich mit ca. 50 bis 60 kg/ha N erfolgen, damit sich vor dem Winter keine übergroßen Blätter bilden, die sonst abfrieren können.  

Dem späten Raps reichen wiederum 40 kg/ha N aus. Zusammen mit der N-Freisetzung im Boden kann sich eine ausreichende Blattanzahl bilden. Die Düngung sollte allerdings zeitgleich zur Saat erfolgen, z.B. mit Diammonphosphat (DAP).

Ebenfalls kann der N-Bedarf auch aus der organischen Düngung vor Herbst abgedeckt werden, da auch die N-Freisetzung im Boden dazu beiträgt und die zulässige Obergrenze der Düngeverordnung nicht überschritten wird.

Die N-Verwertung im Raps ist abhängig von der Versorgung der Nährstoffe Kalium und Phosphat. In Böden mit einer guten Grundnährstoffversorgung, sollte dem Raps im Herbst 80 bis 120 kg/ha K und 30 bis 35 kg/ha P zur Verfügung gestellt werden.

Außer Acht sollte auch nicht die Mikronährstoffbereitstellung gelassen werden. Die Trockenheit verstärkt den Bor- und Manganmangel des Raps. Eine Blattdüngung mit 2,0 kg/ha Mn und 150 g/ha B ab dem 6-Blattstadium können Abhilfe schaffen.

Ungräserkontrolle im Raps zum Herbst

Auf vielen Standorten spielt die gezielte Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes eine große Rolle. Dabei kommt es auf das Ausmaß der Ausbreitung des AFS im Bestand an.

Bei geringerem Auftreten des Ungrases können Bodenherbizide schon bedeutend zur Eindämmung beitragen. Später auflaufende Gräser können im Nachauflauf dann noch mit Gräsermitteln bekämpft werden. In diesem Zug wird ebenfalls aufgelaufenes Ausfallgetreide behandelt.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichend sein, z.B. geringe Wirkung der Aryloxyphenoxypropionate (Fop-Produkte) durch Resistenz oder bei größeren Populationen an AFS, sollten Produkte mit dem Wirkstoff Cycloxydim (z.B. Fokus Ultra) oder Clethodim (z.B. Select 240 EC) appliziert werden. Bei clethodimhaltigen Produkten ist darauf zu achten, dass die Behandlung bis Ende September abgeschlossen ist, damit die Pflanze den Wirkstoff auch rechtzeitig abbauen kann. Bei unzureichendem Abbau kann es zu Verwachsungen und Geschwülsten im Frühjahr kommen.

Ebenfalls kann auch ein Herbizid mit dem Wirkstoff Carbetamid (z.B. Crawler) eingesetzt werden. Angewendet werden können diese Produkte vom Vorauflauf bis zum EC29. Es erfasst sehr wirkungsvoll kleine Gräser bei kühlen, feuchten Bedingungen und ist eher geeignet für Standorte mit geringen AFS-Aufkommen.

Schädlingskontrolle im Raps zum Herbst

Der erste Schädling im Raps ist der Rapserdfloh, wobei in den letzten Jahren ansteigende Schäden zu verzeichnen sind. Die Käfer dringen von Anfang September bis Oktober in die Rapsbestände ein. Die Schäden zeigen einen Lochfraß der Käfer. Allerdings ist dies meist nur bei spät auflaufenden und schwachen Beständen zu beobachten. Schäden sind dann zu verzeichnen und mit einer Pyrethroidmaßnahme zu behandeln, wenn bis zum 4-Blattstadium 10 % und mehr von der Blattfläche gefressen worden sind. Im Vorfelde sollte mit der „Gelbschale“ der Bestand auf Befall vom Rapserdfloh kontinuierlich kontrolliert werden. Bei 50 Käfern in der Schale innerhalb von drei Wochen bis Ende Oktober, sollte eine Bekämpfung erfolgen. Ansonsten entwickeln sich zu viele Larven des Käfers im Bestand und würden den Bestand massiv schädigen. Die Larven fressen sich mehrmals durch die Stiele des Rapses.

Bei einer anstehenden Behandlung sollte nicht zu früh appliziert werden, damit auch spätere Einwanderungen der Käfer miterfasst werden. Eine zu frühe Spritzung würde eventuell eine Nachbehandlung nach sich ziehen und unnötige Arbeit bedeuten. Des Weiteren kann eine Resistenz gegen Pyrethroide mit weniger Anwendungen nicht weiter ausgebaut werden.

Fungizidmaßnahmen im Raps zum Herbst

Phoma lingam

Eine Fungizidmaßnahme im Raps zum Herbst richtet sich immer nach der Rapsentwicklung und der Witterung. Die jetzigen Erlöse für Raps sollten für den Mehraufwand und den daraus gewonnen Mehrertrag abgewogen werden. Deshalb sollte eine pauschale Behandlung im Herbst nicht standardmäßig vollzogen werden.

Zu dieser Saison sollte auf eine ausreichende Winterhärte geachtet werden. Dazu gilt, dass der Raps nicht vor dem Winter in das Längenwachstum übergeht, da es sonst zu gravierenden Auswinterungsschäden kommen kann. Eine zu frühe Aussaat kann dieses Risiko erhöhen. Ebenfalls sollte auf die Aussaatstärke geachtet werden. Um sehr wüchsige und frühe Bestände in ihrer Entwicklung zu bremsen, kann eine Maßnahme mit Wachstumsreglern gefahren werden. Bester Zeitpunkt dafür ist die letzte 

Septemberwoche. Vorsicht bei der Verwendung des Nachauflaufherbizids Belkar. Bei Applikation dürfen dann aber keine metconazolhaltigen Fungizide (Caramba) im Herbst eingesetzt werden.

Später gesäte Bestände, die eine Entwicklung des 4-5-Blattstadiums erst Ende September erreichen, brauchen in der Regel keine Wachstumsregler-Behandlung mehr.

Ebenfalls sollten die Bestände im Herbst auf den Befall der Pilzkrankheit Phoma lingam untersucht werden, wobei diese Krankheit in den letzten Jahren eher weniger auftrat. Der Grund dafür waren die trockenen Herbste und die trocken-warmen Frühjahre. Selbst bei einigen Beobachtungen des Auftretens von Infektionen im Bestand, sind die Bedingungen momentan nicht förderlich zur Entwicklung des Pilzes. Ob eine Maßnahme gegen Phoma erfolgen sollte, ist jetzt wesentlich abhängig vom Witterungsverlauf.

Das Sortiment 2020

Mais/Sonnenblume/Soja/Sorghum/Raps

[PDF Download]

Raps

Das Rapssortiment 2019

 

[PDF Download]

Raps

Die Preisliste 2019

[PDF Download]

Preisliste 2020

Mais/Sonnenblume/Soja/Sorghum

[PDF Download]

Beraterkarte

Finden Sie hier Ihren EURALIS Berater in der Nähe

Praxis-Tipps

Lesen Sie landwirtschaftlich Interessantes

Das Keimblatt

Die Zeitung für unsere Kunden zum Lesen und Bestellen

Newsletter

Melden Sie sich für unseren Newsletter an