Maissilage – Die Qualität zählt!

Die Basis für eine erfolgreiche Milchproduktion ist das Grundfutter.

Dabei machen die Grundfutterkosten einen bedeutenden Teil der gesamten Produktionskosten aus. Durch hohen Masse- und Energieertrag je Hektar, ist Mais in Deutschland die wirtschaftlich ergiebigste Futterpflanze für Rinder.

Ziel ist es, die Leistung aus dem Grundfutter zu maximieren, da die Futteraufnahme der Tiere begrenzt ist. Dabei muss die Gesamtration an die Anforderungen des Verdauungssystems der Wiederkäuer angepasst sein.

Silomais ist in der Rinderfütterung ein hervorragendes Grundfutter. Es liefert nicht nur Energie (hohe Energiedichte), sondern dient auch als Strukturträger des Futters (Rohfaser). Es gibt viele verschiedene Faktoren, welche die Qualität der Maissilage beeinflussen.

Energiedichte
zellenwand_und_zelleninhalt

Zellinhalt und Zellwand

Das wichtigste Merkmal in der Produktion von Maissilage ist die Energiekonzentration (= Energiedichte). Je höher die vom Tier insgesamt aufgenommene Energiemenge, desto höher ist im Falle von Milchvieh die potentielle Milchleistung pro Tag.

Stärke ist mit etwa 30 % ein Hauptbestandteil der Maispflanze (TS) und gleichzeitig der größte Energielieferant. Stärke wird vorwiegend im Kolben angereichert, welcher über 50 % der Energie aus der Gesamtpflanze liefert.

Während Stärke, als Zellinhaltsstoff, sehr schnell im Pansen verdaut werden kann und damit Energie für das Tier freisetzt, gibt es Zellwandbestandteile, welche langsamer zersetzt werden. Neben einem geringen Anteil unverdaulichen Lignins sind die Hauptzellwandbestandteile Cellulose und Hemicellulose, sogenannte Strukturkohlenhydrate.

Hohe Stärke-, Zucker-, Fett- und Proteingehalte führen zu hoher Energiekonzentration im Futter. Zu beachten ist dennoch, dass ein wesentliches Merkmal in der Wiederkäuerfütterung die Pansenverträglichkeit ist. Wird in kurzer Zeit zu viel Stärke im Pansen abgebaut, so kann es zu einer Versauerung (Pansenazidose) kommen, welche das Tier schwächt.

verdaulichkeit_bei_kuehen

Verdauungsaparat der Kuh

Maisstärke ist zwar „pansenstabiler“ als Getreidestärke, da ein Teil der Maisstärke („Bypass-Stärke“) erst im Dünndarm abgebaut wird und somit den pH-Wert des Pansens stabil hält, jedoch ist die Aufnahmemenge im Dünndarm limitiert. Entsprechend ist eine Betrachtung der Gesamtfutterration wichtig, da ein Gleichgewicht aus faserreichen Strukturkohlenhydraten und energiereicher Stärke und Zuckern herrschen muss, um das Risiko einer Pansenazidose zu verringern.

 

Verdaulichkeit

Die Verdaulichkeit von Cellulose und Hemicellulose ist stark sortenabhängig und kann zwischen 20 – 80  % liegen. Ist ein großer Anteil der Strukturkohlenhydrate verdaubar, so spricht man von hoher Restpflanzen-verdaulichkeit. Dieses genetisch verankerte Merkmal der Pflanze ist ein wichtiger Parameter für die Wiederkäuereignung und damit auch ein entscheidendes Ziel der EURALIS-Zuchtprogramme.

Es gilt, das optimale Gleichgewicht aus Energie, Struktur und Restpflanzenverdaulichkeit für den Pansen zu finden.

Durch Maispflanzen mit guter Restpflanzenverdaulichkeit, können maximale Energiegehalte in Silage erzielt werden, die gleich-zeitig pansenverträglich sind. Während des Reifeprozesses nimmt der Stärkegehalt von Maispflanzen zu und die Zellwandverdaulichkeit ab. Der Stärkeanteil von kolbenbetonten Sortentypen ist besonders hoch.

Je höher der Maisanteil in der Futterration, desto wichtiger ist der Strukturanteil. In Grundfutterrationen mit hohem Grassilageanteil herrscht ohnehin ein höherer Strukturwert, bei geringerer Energiedichte. Hohe Temperaturen nach der Maisblüte führen in der Regel zu einer ungünstigeren Zellwandverdaulichkeit. „StayGreen-Typen“ weisen eine höhere Restpflanzenverdaulichkeit auf.

Silageverdaulichkeit = Stärkegehalt x Restpflanzenverdaulichkeit

Schon gewusst?

Hartmais (Flint) enthält im Korn mehr glasiges Endosperm als Zahnmais (Dent), wodurch Hartmaiskörner langsamer im Pansen abgebaut werden und das Risiko von Pansenazidose geringer ist. Grund hierfür ist die stärkere ‚Umhüllung‘ von Stärketeilchen durch Proteine im glasigen Endosperm.

Was ist bei der Maisernte zu beachten?
  • Erntezeitpunkt: Trockensubstanz (TS) -gehalt der Pflanze sollte zwischen 30 – 36 % liegen

Zu nass: Sickersaftverluste, Faulen möglich, geringe Enzymaktivität
Zu trocken: geringere Verdaulichkeit (Rohfaser), schlechte Verdichtung –> Schimmelbildung

  • Stärkeeinlagerung in das Korn sollte abgeschlossen sein:

TS im Korn 56 – 60 %
„Staygreen“ häufig vorteilhaft

  • Häcksellänge 4 – 6 mm:

Gute Verdichtungseigenschaften, geringes Risiko von Nacherwärmung und Schimmelbildung Gute Verdaulichkeit/Futtereigenschaften (bei zu großen Stücken kann es sein, dass die Inhaltsstoffe schlechter abgebaut  werden, bei kleineren Stücken steigt der Sickersaftverlust)

  • Optimale Verdichtung des Silos auch am Rand

  • Mindestreifezeit des Silos vor Verfütterung: 6 – 8 Wochen

Zwei der Hauptzuchtziele im Silomaisprogramm von EURALIS sind hohe Stärkegehalte und hohe Restpflanzenverdaulichkeit

Das Sortiment 2019

Mais/Sonnenblume/Soja/Sorghum/Raps

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