Mais Aussaat 2020 – es geht los

Die aktuelle Corona-Krise sorgt in vielen Wirtschaftsbereichen für Entschleunigung. Anders ist es aktuell in der Landwirtschaft, dort laufen die Vorbereitungen für die neue Aussaat auf Hochtouren. Die mildere Witterung Anfang April hat vielerorts einen früheren Start der Aussaat begünstigt. Somit ist in den Frühsaat-Regionen Deutschlands der erste Mais in der ersten Aprildekade gesät worden. Mit der aktuellen Wetterlage und guten Befahrbarkeit der Böden wird bundesweit mit der Maisaussaat begonnen. Das DMK warnt, dass trotz steigender Temperaturen für die kommenden Tagen über 20°C in den kommenden Nächten durchaus noch mit Bodenfrost, der den empfindlichen Maiskeimling beschädigen kann, zu rechnen ist.

Wichtige Kriterien für einen guten Feldaufgang

Die Auswahl des optimalen Aussaattermines sollte sich nicht nach Kalendertag richten – entscheidend ist die optimale Kombination aus Bodentemperatur und Bodenfeuchte. Diese beiden Kriterien sind maßgeblich für einen sicheren und zügigen Feldaufgang. Wichtig dabei ist, dass für die darauffolgenden Tage – nachdem der Mais gesät wurde – steigende Temperaturen prognostiziert werden. Um mögliche Auflaufprobleme zu vermeiden, sollte bei der Aussaat besonders auf die Bodentemperatur geachtet werden. Diese sollte in 4 bis 5 cm Tiefe eine konstante Temperatur von mindestens 8° (besser 10°C) aufweisen. Laut DWD liegen die aktuellen Bodentemperaturen bis auf Höhenlagen und nördlichen Küstenregionen flächendeckend über dem für die Maisaussaat kritischen Wert von 8°C.

Bodenfeuchte

Nach zwei Trockenjahren 2018 und 2019 und teils unterdurchschnittlicher Niederschlagsmenge zu Beginn 2020 sind die Wasservorräte im Boden noch nicht komplett aufgefüllt. So liegt die aktuell nutzbare Feldkapazität (nFK) deutschlandweit nach Angaben des DWD zwischen 50 bis 80%, gebietsweise sogar unter 50% wie z.B. in einigen Regionen Sachsen-Anhalts und Thüringens. Eine gute Bodenfeuchte ist sehr wichtig für das Aufquellen des Saatkorns und Austreiben des Keimlings. Geringere Bodenfeuchte kann daher die Keimung und das Auflaufen deutlich verzögern. Um diesen Umständen etwas entgegen zu wirken, sollte bei der Aussaat besonders auf die Ablagetiefe geachtet und ggf. angepasst werden, damit ein guter kapillarer Anschluss des Korns gewährleistet wird. Durch eine schonende Saatbettbereitung verhindern Sie große Wasserverluste durch Verdunstung. 

Empfohlene Ablagetiefe bei Mais:

  • bei schweren Böden: 4 bis 5 cm
  • bei leichteren Böden: 6 bis 7 cm
  • bei Spätsaat oder niedriger Bodenfeuchte: 7 bis 8 cm

In besonders trockengefährdeten Regionen sollte die Bestandsdichte an den regionalen Gegebenheiten angepasst und je nach Wasserversorgung des Bodens auf 7 bis 9 Pflanzen je Quadratmeter reduziert werden.

Das blaue Etikett – bitte aufbewahren

Auf jedem Sack klebt ein Etikett. Dieses dient als wichtiges Dokument in der Nachverfolgbarkeit des Saatguts. Am blauen Etikett erkennen Sie zertifiziertes Saatgut. Auf dem Etikett befinden Sie folgende Angaben.

Was vielen nicht bewusst ist – es ratsam das Etikett auszuschneiden und aufzubewahren. Sollte es zu Problemen mit dem Saatgut oder sogar einer Reklamation kommen sind Sie in der Beweispflicht nachzuweisen, welches Saatgut Sie erhalten haben. Das blaue Etikett ist dabei ein wichtiges Dokument. So kann ohne Probleme nachvollzogen werden, woher ihr Saatgut stammt und welche Schritte es bei der Produktion durchlaufen hat.

 

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