Bio-Mais – in fünf Schritten zum Erfolg

MAIS kann Fruchtfolgen auflockern, Rationen aufwerten und auch wirtschaftlich eine interessante Kultur sein. Doch es gilt, einige Knackpunkte im Anbau zu beachten. Hier erfahren Sie die wichtigsten, aufgereiht in 5 Schritte:

1.) DIE BASIS: FRUCHTFOLGE PLANEN

Als zehrende Kultur mit anfänglich langsamer Jugendentwicklung sollte Mais nicht zu spät in der Fruchtfolge eingeplant werden. Je nach Standort und Futterbedarf haben sich zwei Varianten in der Praxis gefestigt: Variante 1 ist ein Anbau direkt nach Klee(-gras), wobei durch die späte Saat auch eine Futternutzung des ersten Aufwuchses im Frühjahr vor dem Umbruch möglich ist. Bei Variante 2 folgt nach dem Klee (-gras) erst eine Getreidekultur mit Zwischenfrucht, im Anschluss kommt dann der Mais in 2. Tracht. Auch hier ist eine Futternutzung möglich, indem Sie z. B. winterharte Zwischenfrüchte wie Landsberger Gemenge oder Wickroggen statt reine Gründüngungsbestände nach der Getreideernte ansäen. Auf leichten Standorten oder Gebieten mit ausgeprägter Frühsommertrockenheit sollte zugunsten der Wasserversorgung auf einen Frühjahrsumbruch verzichtet werden und stattdessen abfrierende Zwischenfruchtgemenge bevorzugt werden.

2.) DIE ERGÄNZUNG: NÄHRSTOFFVERSORGUNG ANPASSEN

Vorfruchtwirkungen durch die Fruchtfolgestellung nach Kleegras oder legumer Zwischenfrucht sind die Grundlage der Nährstoffversorgung. Ergänzend hierzu kann eine Düngung ertrags- sowie qualitätssteigernd wirken. Wirtschaftsdünger sollten am besten vor der Saat flach eingearbeitet werden. Alternativ kann eine Düngung von Gülle oder

flüssigen Gärresten mit bodennaher Technik in stehenden Beständen vor Reihenschluss erfolgen – achten Sie aber auf leichte Technik! Stehen keine Wirtschaftsdünger zur Verfügung kann mit organischen Handelsdüngern, wie z. B. Haarmehlpellets, ebenfalls die Nährstoffsituation verbessert werden. Beachten Sie aber die EU-Öko-Verordnung sowie eventuelle Vorgaben seitens der Anbauverbände bezüglich Mengenbegrenzung und Zulassung ausgewählter Ergänzungsdünger. Ihren betriebsindividuellen Düngeplan erstellen Sie am besten über die Düngebedarfsberechnungen laut Düngeverordnung nach den Vorgaben der jeweiligen Bundesländer.

3.) DIE VORBEREITUNG: GEZIELTER UMBRUCH

Erfolgt eine Futternutzung des Kleegrases oder der winterharten Zwischenfrucht, ist ein Frühjahrsumbruch nötig. Um Durchwuchs zu vermeiden sowie eine erste Vorrotte einzuleiten, bietet sich ein flach schneidender Bearbeitungsgang mit Gänsefußgrubber oder Fräse nach der Futterbergung an. Sind die Soden vertrocknet, kann vollständig umgebrochen werden. In der Praxis hat sich dabei der Pflug oftmals etabliert. Abfrierende Zwischenfrüchte können Sie bereits im Winter bei Frost mit Grubber oder Pflug einarbeiten, sodass Sie im Frühjahr den Boden nur noch flach bearbeiten müssen. Soll ohne Pflug gewirtschaftet werden, muss die Frühjahrsbearbeitung immer mit ganzflächig schneidenden Geräten erfolgen um Wurzelunkräuter wirkungsvoll zu bekämpfen.

4.) DIE ANLAGE: SAATBETT UND AUSSAAT

Haben Sie Geduld und säen Sie nicht zu früh. Mais braucht warme Bodentemperaturen (>8°C) um zügig loswachsen zu können. Diese Situation ist meistens ab Ende April bis Mitte Mai erreicht. Da Beikräuter auch bei kühleren Temperaturen keimen, können Sie die Zeit davor für ein sogenanntes „falsches“ Saatbett nutzen. Zweck dieser Maßnahme ist es, die dabei zur Keimung angeregten Unkräuter mit der zweiten, „echten“ Saatbettbereitung vor der Aussaat zu regulieren.  Dabei ist aber ein gewisses Zeitfenster von ein bis zwei Wochen

zwischen erster und zweiter Bearbeitung nötig. Bei Frühjahrsumbrüchen mit vorausgehender Futternutzung ist diese Form der Beikrautregulierung daher nur sehr eingeschränkt möglich.

Bei der anschließenden Saat sollte die Saattiefe mind. 4 cm betragen, um einen Spielraum für das Blindstriegeln zu erhalten sowie Vogelfraß zu erschweren. Achten Sie zudem auf eine gleichmäßige Tiefenablage. Praxisübliche Saatstärken betragen bei Körnermais 8 bis 10, bei Silomais 10 bis 12 Pflanzen pro Quadratmeter.

5.) DIE OPTIMIERUNG: MECHANISCHE BEIKRAUTREGULIERUNG

Dabei gilt es, die erste Welle der Unkräuter vor dem Auflaufen zu erfassen. Mit dem sogenannten Blindstriegeln drei bis fünf Tage nach der Saat können Sie angekeimte Unkräuter und -gräser vor dem Durchstoßen des Mais mit hohem Wirkungsgrad verschütten. Dabei ist das Ende des Striegelzinkens im 90°Winkel zur Erdoberfläche zu stellen, sodass er möglichst viel Erde vor sich herschiebt und zeitgleich nur flach in den Boden eindringt. Je nach Bodentemperatur und Witterungsverhältnisse können Sie das Blindstriegeln evtl.

auch ein zweites Mal durchführen Sobald der Mais aus dem kritischen Ein- bis Zweiblattstadium herausgewachsen ist, kann mit Beginn des Dreiblattstadiums der erste Striegelgang im Nachauflauf erfolgen. Dieser sollte in den warmen Mittagsstunden stattfinden, dann ist der Zelldruck am geringsten, die Pflanzen elastisch und knicken somit nicht ab. Langsame Fahrgeschwindigkeiten (< 2 km/h) sowie viel Fingerspitzengefühl bei der Striegeleinstellung sind hier Voraussetzung. Die weiteren Arbeitsgänge orientieren sich am Stadium und Population der Beikräuter. Beachten Sie, dass der Striegel nur im Keimblattstadium der Unkräuter- und -gräser hohe Wirkungsgrade erzielt. Die Maschinenhacke kann daher eine sinnvolle Ergänzung sein. Dabei hat sich ein Anhäufeln in die Reihe mit Rollhacken, Flachhäuflern oder Fingerhacken ab ca. 8 cm Wuchshöhe als wirkungsvoll herausgestellt. Beim letzten Arbeitsgang kann auch eine Untersaat mit eingebracht werden, was die Befahrbarkeit der Flächen zur Ernte hin verbessert.

FAZIT

Die korrekte Fruchtfolgeposition sichert die Nährstoffversorgung und mindert vorbeugend den Beikrautdruck. Mit Wirtschaftsdüngern, gezielten Umbruch- und Saatbettstrategien sowie einer angepassten Beikrautregulierung lässt sich der Anbau Schritt für Schritt weiter optimieren.

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