Aussaat der Frühjahrskulturen

die Aussaat – so früh wie möglich und so spät wie nötig

Die milden Temperaturen Anfang April gaben vielen Landwirten das Signal, dass die Zeit für die Vorbereitung der Aussaat der Frühjahrskulturen gekommen ist. Für die Sojabohne sind besonders in Süddeutschland die Wetterbedingungen momentan für eine Aussaat gut. Jedoch sollte der  Boden die Temperatur von 10 °C nicht unterschreiten, damit eine Keimung der Bohnen ungehindert ablaufen kann. Für die Sonnenblume benötigt der Boden bei der Aussaat 6- 8 °C. Die Sorghum-Aussaat erfolgt i.d.R von Mitte Mai bis Mitte Juni. Dabei ist auf eine Bodentemperatur zu achten, welche nicht mehr unter 12°C fällt.

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Aussaat Sojabohne

Die milden Temperaturen Anfang April gaben vielen Landwirten das Signal, dass die Zeit für die Vorbereitung der Aussaat der Frühjahrskulturen gekommen ist. Für die Sojabohne sind besonders in Süddeutschland die Wetterbedingungen momentan für eine Aussaat gut. Jedoch sollten auf Wettervorhersagen der kommenden Tage und Wochen geachtet werden. Der Boden sollte Temperaturen von 10 °C nicht unterschreiten, damit eine Keimung der Bohnen ungehindert ablaufen kann. Kältere Bodentemperaturen führen zu schlechterem Auflaufen und späteren Kahlstellen in den Beständen. Ebenso wächst der Unkrautdruck.

Bei etablierten Beständen ist die Sojapflanze sehr robust und kann auch Fröste kompensieren. 

Impfung der Bohnen

Neben einer hohen Saatgutqualität ist für die Aussaat der Sojabohne ebenfalls eine sorgfältige Impfung der Bohnen mit einem Inokulum notwendig. Das Impfmittel beinhaltet den Rhizobienstamm Bradyrhizobium japonicum, welcher verantwortlich ist für die N-Fixierung aus der Atmosphäre, eine Symbiose mit der Pflanze eingeht und diese mit Stickstoff versorgt. Die Standorte für die Aussaat sollten daher nicht hoch mit Stickstoff versorgt sein, ansonsten können sich die Knöllchenbakterien schlecht entwickeln. Eine N-zehrende Vorfrucht ist daher eine gute Grundlage. Die Impfung ist notwendig, da dieser Bakterienstamm in heimischen Böden nicht existent ist. Das Saatgut sollte unmittelbar vor der Aussaat geimpft werden, da die Bakterien schon nach kurzer Zeit ihre Aktivität vermindern, wenn sie nicht in den Boden gelangen.

Reihenabstand und Aussaattiefe

Der Reihenabstand beträgt meistens 50 cm. Dieser Abstand ist weit genug für eine gut durchzuführende mechanische Unkrautregulierung und eng genug, damit sich die Reihen schnell schließen können, was eine natürliche Unkrautunterdrückung mit sich bringt. Die Ausaattiefe hängt vor allem vom Standort ab. Auf schweren Böden mit genügend Feuchte in der oberen Bodenschicht reicht eine Ablagetiefe von 3-4 cm aus, leichtere Böden hingegen besitzen in den oberen Schichten weniger Feuchtigkeit. Daher wird eine tiefere Ablage von 4-6 cm empfohlen. Die Aussaatstärke ist standardmäßig mit 150 kg/ha bei 80 %-iger Keimfähigkeit die Regel. Auf den Quadratmeter heruntergerechnet sind das 55 keimfähige Bohnen die gesät werden.

In Deutschland wurde 2019 auf rund 29.200 ha Soja angebaut. Das ist ein Wachstumsplus gegenüber des Jahres 2018 um 21 %. Und die Tendenz ist steigend, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Die Nachfrage und der Trend zum Anbau von heimischen Proteinquellen steigt stetig weiter an und bietet eine rentable Alternative in den Fruchtfolgen und Betriebszweigen.

Aussaat Sorghum

Den Spruch: „So früh wie möglich und so spät wie nötig“ kennt man im Bezug auf die Aussaat von vielen Kulturen. So ist es auch beim Sorghum.

Für die Vorbereitung zur Aussaat von Sorghum ist ein gut abgesetztes und feinkrümeliges Saatbett die Voraussetzung für einen guten und homogenen Feldaufgang. Dafür bedarf es keinerlei Anschaffung und Nutzung besonderer Technik. Anbaukombinationen, wie sie zur Bodenbearbeitung bei Mais und Getreide genutzt werden, können angewandt werden. Generell ist der Pflugeinsatz vor der Sorghumaussaat von Vorteil, da der Boden sich schneller erwärmt, den Unkrautdruck reduziert und ein gleichmäßiges Saatbett schafft. An die Vorfrucht stellt Sorghum keine hohen Ansprüche. Allerdings sollte zur Förderung der Jugendentwicklung eine Vorfrucht gestanden haben, die das Feld möglichst unkrautfrei räumt. Als Beispiel wäre ein Wintergetreide zu nennen, welches spätestens Anfang Juni als GPS-Getreide geerntet wird.

Aussaatbedingungen 

Die Aussaat erfolgt i.d.R von Mitte Mai bis Mitte Juni. Dabei ist auf eine Bodentemperatur zu achten, welche nicht mehr unter 12°C fällt. Als Aussaattechnik kann auf Getreidedrilltechnik, Rüben-Einzelkorn-Drilltechnik oder auch Maislegetechnik zurückgegriffen werden. Eine Ablagetiefe von 3-4 cm hat sich bewährt. Der Reihenabstand liegt zwischen 30 und 50 cm. Dieser Abstand gewährt einen zügigen Reihenabschluss und bewirkt eine Unkrautunterdrückung. Die Transpirationsverluste werden minimiert/verringert. Je nach Nutzung wird die Saatstärke individuell angepasst. Für die Futternutzung der ganzen Pflanze wird eine Aussaatstärke von 18 – 25 keimfähigen Körnern / m² angesetzt. Bei der Körnernutzung wird die Aussaatmenge auf 35 – 40 keimfähige Körner/ m² erhöht.

Welche Nähstoffkomponenten sind wichtig?

Die wichtigsten Nähstoffkomponenten sind, wie beim Mais, Stickstoff (100-150 kg/ha) und Phosphor (60-80 kg/ha). Aber auch der Bedarf an Kalium ist hoch (180 – 220 kg/ha). Daher ist bei der Aussaat eine Unterfußdüngung mit einem NP-Dünger sinnvoll. Ebenfalls bietet sich eine organische Düngung an, welche durch den spät einsetzenden Nährstoffbedarf sehr gut verwertet werden kann. 

Aussaat Sonnenblume

Für die Sonnenblume benötigt der Boden bei der Aussaat 6 – 8 °C, die vielerorts in Deutschland an den letzten Tagen gegeben waren. Problematisch könnte ein strenger Nachtfrost werden. Die jungen Sonnenblumen vertragen Spätfröste nur bis -5 °C. Meistens werden die Sonnenblumen Mitte April ausgebracht, jedoch sollte die Aussaat aller wärmeliebenden Frühjahrskulturen immer nach den Bodentemperaturen abgestimmt sein.

Da Sonnenblumen vorwiegend in trockenen Regionen angebaut werden, steht eine wassersparende Bodenbearbeitung vor der Aussaat im Vordergrund. Zwar wächst die Wurzel bis in tiefe Bodenschichten hinunter, jedoch nur, wenn eine lockere Bodenstruktur ohne Verdichtung vorliegt. Das Mulchsaatverfahren eignet sich auf Standorten mit Wasserknappheit und Erosionsgefahr.

Viele Sorten haben eine optimale Bestandsdichte von 7 Pflanzen / m², sodass die Aussaatstärke um die 7 – 8 Körner / m² liegt. Der Reihenabstand sollte zwischen 45 – 75 cm betragen. Ausgedrillt wird mit Einzelkornsaat. Die Saattiefe liegt auf Lehmstandorten bei 4 cm und auf Sandböden bei 5 cm.

Unkrautbekämpfung ist meist nötig

Nach der Aussaat ist vor der Unkrautbekämpfung. Die Sonnenblume kann ähnlich wie der Mais in Reihen angebaut werden. Sie hat eine langsame Jugendentwicklung und kann sich erst ab dem 5-Blattstadium erfolgreich gegen Unkräuter durchsetzen. Zuvor ist eine Unkrautbekämpfung deshalb meist nötig. Im Nachauflauf können einkeimblättrige Arten leicht bekämpft werden. Dies ist interessant für Getreide lastige Fruchtfolgen, in denen Ungräser oft schwer bekämpft werden können. Herbizide gegen dikotyle Arten können im Vorauflauf ausgebracht werden. Danach ist es nur möglich, wenn die Sonnenblumensorte eine Herbizidtoleranz besitzt.

Wärmesumme ist sortenabhängig

Von der Aussaat bis zur Kornreife beträgt die Wärmesumme sortenabhängig ca. 1500 °C bei einem Wasseranspruch von ca. 450 mm/Jahr. Da das Wasseraneignungsvermögen der Sonnenblume sehr gut ist, findet die Kultur in trockenen Gebieten, wie im Osten Deutschlands, immer mehr an Beliebtheit. In Deutschland wurden im Jahr 2018 ungefähr 21.000 ha Sonnenblumen angebaut, Tendenz steigend. Aufgrund der Düngeverordnung und Einschränkungen im Pflanzenschutz sollten die bestehenden Fruchtfolgen erweitert werden. Sonnenblumen werten Getreide lastige Fruchtfolgen auf und gedeihen auch nach Hackfrüchten sehr gut.

Aussaat Mais

Der Trend zu frühen Aussaatterminen im Maisanbau ist ungebrochen. Jedoch sollte jeder den eigenen Aussaattermin kritisch hinterfragen.

Oft  sind frühe Termine mit einem hohen Risiko verbunden. Auch das Säen nach Datum birgt Gefahren. Es ist vielmehr entscheidend, wie die Witterung zur Aussaat und in der Periode danach ist. Witterung und Bestellung müssen aufeinander abgestimmt sein. Hinweise kann der Deutsche Wetterdienst geben, der für Fachnutzer des Agrarbereichs umfangreiche Daten zu Bodentemperatur und -feuchte sowie Wetterstationen aufweist (www.dwd.de).

Auswirkungen der Witterung für Auflaufen des Maissaatgutes

Mais als wärmeliebende Kultur braucht Bodentemperaturen von 8 – 10 °C für eine erfolgreiche Keimung und einen zügigen Feldaufgang.

Erfolgt die Maisaussaat in einer Kälteperiode, bleibt die Keimung zunächst aus. Hier verfällt der Mais in eine Keimruhe, die anhält, bis die Temperaturen wieder steigen. Kommt es jedoch bereits zum Quellen/Keimen der Körner durch Feuchtigkeit, können Keimlingsausfälle und Triebkraftverluste des Saatguts die Folge sein. Oft sind dann lückige und ungleichmäßige Bestände das Resultat.

Sollte es zu einem Kälteeinbruch nach der Aussaat kommen oder sollten die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sehr groß sein, kann der Keimling verdrehen (Korkenzieherbildung). Auch der Beizschutz kann verloren gehen, wenn das Saatkorn längere Zeit einer feuchtkühlen Witterung ausgesetzt ist. In diesem Fall können Auflaufkrankheiten zum Problem werden. Bei anhaltender Nässe durch z.B. starke Regenfälle kann es zu ähnlichen Effekten kommen. Besonders in den ersten zwei Tagen nach der Aussaat ist die Witterung von entscheidender Bedeutung.

AUF EINEN BLICK

Frühe Aussaattermine

  • Frühe Trockenphasen eignen sich bestens für die Bodenbearbeitung
  • Der Mais kann bei anhaltender Trockenheit die Restfeuchte aus den Wintermonaten für den Feldaufgang nutzen 
  • Längere Vegetationszeit bei früherer Aussaat
  • Verzögerter oder lückiger Feldaufgang bei zu niedrigen Bodentemperaturen (Mais benötigt 8–10 °C)
  • Verzögerte Jugendentwicklung
  • Ungleichmäßige Bestände 

Späte Aussaattermine

  • Warme Böden mit schneller Keimung und zügiger Jugendentwicklung
  • Homogene, vitale Bestände 
  • Verkürzte Vegetationszeit mit möglichen Ertragseinbußen

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