Helminthosporium turcicum ("HTR")
Was ist "HTR"?
Die Helminthosporium-Blattdürre („HTR“) wird verursacht durch den Pilz Helminthosporium turcicum. Auffällig sind die hellen, augenförmigen, oft großen Flecken. Meist haben sie einen deutlichen Rand, und manchmal tragen sie auf der Unterseite ein dunkles Sporenlager. Wachsen die Flecken zusammen, sehen die Pflanzen braun aus, wie verätzt.
Der eigentliche Befall erfolgt schon früher, und zwar nach längeren Zeiträumen mit hoher Luftfeuchtigkeit, bevorzugt in wärmeren Gegenden. Übertragen werden die Pilzsporen mit den Pflanzenresten aus dem Vorjahr und mit dem Saatgut.
Schon im 6-Blattstadium kann eine erste Infektion geschehen, die mit bloßem Auge nur schwer feststellbar ist. Nach der Maisblüte ist am fünften oder sechsten Blatt von unten leicht zu sehen, wenn etwas vorgefallen ist. Befalls-Schwerpunkte liegen bevorzugt auf verdichteten Bodenstellen, z.B. in Vorgewenden, oder nach entsprechenden Vorfrüchten.
Entwicklungszyklus
- Überwinterung des Pilzes als Myzel (Pilzgeflecht) oder Sporen auf Pflanzenresten
- Primärinfektion: Sporen gelangen mit dem Wind oder mit Regenspritzern auf die Maispflanze
- Sporen keimen; das Pilzgeflecht dringt in das Blattgewebe ein; Pflanzenzellen sterben ab
- auf infiziertem Gewebe bilden sich neue Sporenlager
- Sekundärinfektion: Sporen verursachen neue Infektionen
Wann wird die Helminthosporium-Blattdürre zur Gefahr ?
Aus anfangs kleinen Befallsnestern kann bei hoher Luftfeuchte rasch ein flächenhafter Befall werden.
Sind noch vor Ende der Maisblüte (eingetrocknete Narbenfäden) viele Flecken sichtbar, so kann eine schnell um sich greifende Zerstörung der Blattfläche die Kornfüllung stören. Mit dem Tausendkorngewicht fehlt dann auch ein Teil des Ertrags.
Was kann ich tun ?
Es gibt keine wirksame chemische Maßnahme gegen HTR. Pflegen Sie generell die Bodenstruktur. Vermeiden Sie Bodenverdichtungen und Vernässungen. Setzen Sie eventuell Kalkstickstoff ein und bearbeiten Sie Mais-Erntereste gründlich, um die Verottung zu fördern. Besonders in engen Fruchtfolgen ist ein sauberes Unterpflügen der Ernterückstände unerlässlich. Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung. Droht auf Ihren Flächen HTR zum Problem zu werden, verzichten Sie auf die wenigen sehr anfälligen Sorten, die es gibt, und wählen Sie keine zu frühreife Sorte. Eine mehrgliedrige Fruchtfolge kann den Infektionskreislauf aufbrechen.











